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“Machen Sie auch was über jüdische Kultur?”

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Eine Frage, die ich in meiner Funktion als Fachbereichsleiterin Kultur an der vhs in der letzten Zeit vermehrt gestellt bekommen habe.
“Natürlich”, lautet die Antwort, "wir haben einiges zu Judentum und jüdischer Kultur im Angebot."
Zu dieser Frage passt auch ein Artikel der ZEIT aus dem Sommer 2016 mit dem Titel “Wir lebenden Juden”. Der Artikel beginnt mit der Frage: “Deutschland vermisst jüdische Kultur?” Anscheinend ja, denn das war ungefähr zu diesem Zeitpunkt auch mein Eindruck. Wir haben uns daher vor einem Jahr entschieden, die Angebote zu diesem Thema ein wenig mehr zu bündeln und nicht in den einzelnen Rubriken isoliert stehen zu lassen. Die vhs Karlsruhe hat schon lange einen guten Kontakt zur jüdischen Kultusgemeinde in Karlsruhe und daher immer wieder Führungen durch die Synagoge im Angebot, wir bieten Jiddisch- und Hebräisch-Kurse, Auseinandersetzung mit jüdischen Autoren oder auch jiddische Liederabende. In diesem Jahr haben wir auf einen solchen Liederaben…

Die lieben Kleinen - ElternTag

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Dies ist ein Kulturblog und somit geht es viel, fast ausschließlich, um Kunst, Musik, Theater, Literatur und alles was eben so Kultur ist - übrigens auch ein schönes Thema für den Blog: Wo fängt Kultur an und wo hört sie auf?

Heute geht es um die Kinder, aber nicht um erfolgreiche Museums- oder Theaterbesuche, sondern um Erziehungsfragen und -themen. Ich spreche vom ElternTag der vhs Karlsruhe. Wenn man in der kulturellen Bildung tätig ist, wird man oft gefragt, wie man seinem Kind Interesse an Kunst, Sinn für Musik und Theater vermitteln kann. Bis zu der Frage: Wie kann das Kindergartenkind nur die Unterschiede zwischen mittelalterlicher und barocker Kunst verstehen und die Epochen leichter erkennen?

Gar nicht! - Das ist zumindest meine Antwort, nicht weil ich denke, dass Kinder das nicht können, vielmehr denke ich, dass sie es nicht müssen, denn darum geht es nicht. Es geht darum Freude am Umgang mit der Kultur zu haben, ohne viele Regeln, Grenzen und Gesetze. Ich glaube auch, dass…

Prosit Neujahr!

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"Ein frohes neues Jahr wünsche ich Ihnen und hoffe, dass Sie gut rüber gerutscht sind."
Ich weiß, manche sagen, dass man das nicht mehr sagen soll. Der Grund ist wohl, dass es an Silvester oftmals und vielerorts glatt und rutschig ist und man ja nun niemandem wünschen sollte, dass er oder sie das neue Jahr mit einem Gips begrüßt. Da wären wir aber direkt beim heutigen Thema: Woher kommt eigentlich dieser Spruch? Was oder wer ist eigentlich Silvester und wer hat wann gesagt, dass am 31. Dezember das Jahr zu Ende ist?

Aber nun mal langsam…

Silvester I. ist ein Heiliger und nicht irgendein Heiliger, sondern ein Papst aus dem 4. Jahrhundert. Er ist der Schutzpatron der Haustiere. Der Tag an dem die Christen seiner gedenken, ist der 31. Dezember in jedem Jahr und daher heißt dieser Tag Silvester.
Wer mehr über diesen Papst wissen möchte, kann das in der Legenda Aurea nachlesen. Es handelt sich dabei um eine Sammlung der Kirchenfeste und der Lebensgeschichten Heiliger, die um 12…

Was sollte man 2018 nicht verpassen?

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Ups, da ist man ganz im Vorweihnachtsstress, besorgt noch schnell die letzten Geschenke, der Baum ist zu schmücken, das Festessen zu organisieren und ich frage doch tatsächlich: “Was sollte man 2018 nicht verpassen?”

In der Woche vor Weihnachten haben manche Menschen Zweifel, ob sie das nächste Jahr noch erreichen oder auf der Zielgeraden zum Heiligen Abend vor Erschöpfung zusammenbrechen und sich verständlicherweise für das nächste Jahr gar nichts vornehmen möchten…

Aber seien wir ehrlich, Vorfreude ist die schönste Freude und daher ist ein kleiner, winzig kleiner Blick in das nächste Jahr doch erlaubt.

Falls Sie es noch nicht geschafft haben, dann ist sicherlich ein Besuch in der Staatlichen Kunsthalle bei Cézanne bis zum 11. Februar (wir haben darüber berichtet) noch mehr als lohnend. Und natürlich die gerade eröffnete Etrusker-Ausstellung im Badischen Landesmuseum, die Sie bis zum 17. Juni 2018 genießen können.

Außerhalb Karlsruhes gibt es im nächsten Jahr auch wieder sehr viel Sehen…

Weihnachten in der Musik: Das Weihnachtsoratorium und Last Christmas

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Weihnachten nähert sich nun in sehr großen Schritten und damit nimmt im Radio die Dichte der Weihnachtslieder auf jedem Kanal zu. Sollten Sie kein Fan von Weihnachtsmusik sein, dann wird es langsam schwierig für Sie … eventuell hält es sich auf dem Deutschlandfunk mit der Weihnachtsmusik noch in Grenzen.
Für alle, die diese musikalische Einstimmung lieben, ist es natürlich ein Fest. Wie generell bei Musik gehen die Geschmäcker auseinander und nicht jeder freut sich, wenn im Radio zum ersten Mal “Last Christmas” von Wham! läuft, dafür bekommen manche Menschen feuchte Augen, wenn sie mit Chris Rea an die Reise zu den Liebsten denken. Wobei ich immer an eine menschenleere Straße denken muss, wenn ich “Driving home for Christmas” höre, was an den Tagen vor Weihnachten leider sehr selten der Realität auf Autobahnen, Landstraßen oder Bahnhöfen entspricht. Aber gut, es ist ja auch die Zeit der Träume und während die Kinder von tollen Geschenken träumen, träumen die Erwachsenen von leeren Str…

Weihnachten in der Kunst: Heilige Nacht

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In der letzten Woche ging es um die Weihnachtszeit mit den Kindern und was man da so alles erlebt und vor allem um die Interpretation der Heiligen Nacht in den Krippenspielen. In dieser Woche soll es nicht um die Kleinen und ihre Vorfreude auf die Heilige Nacht gehen, sondern um die Erwachsenen.

Nicht nur für die Kinder ist es in der Weihnachtszeit interessant, sich mit der Weihnachtsgeschichte auseinanderzusetzen. In der Kunst macht einem das keine große Mühe, denn bis heute ist Maria die am meisten dargestellte Person in der Kunst. Das erstaunt die Menschen immer wieder, wenn man es erzählt, denn in einer Welt, deren Alltag seit langem nicht mehr so maßgeblich von der Religion bestimmt ist, wie das im Mittelalter, der Renaissance oder dem Barock der Fall war, mag man es nicht glauben. Und doch findet in der Kunst bis heute noch immer eine Auseinandersetzung mit dem heiligen Personal statt, und Maria nimmt dabei eine ganz exponierte Stellung ein. Betrachtet man beispielsweise das Werk…

“Wer springt denn da durch den Stall?” - Mit Liphi durch die Weihnachtszeit

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Die Vorweihnachtszeit hat begonnen. Die Kinder singen in den Kitas, Kindergärten und Schulen Weihnachtslieder, basteln Weihnachtsschmuck, bereiten vielleicht einen Gottesdienst vor und sprechen über das Weihnachtsfest. Eine schöne Zeit für Familien mit Nachmittagen beim gemeinsamen Basteln und Backen. In den letzten Jahren durfte ich schon viele Auftritte kleiner Sängerinnen und Sänger bestaunen und auch Krippenspiele sehen. 

Einer meiner Lieblingsfilme ist “Tatsächlich Liebe” für die Vorweihnachtszeit und damit bin ich nicht allein, wie das Fernsehprogramm in jedem Dezember wieder verrät. Bevor ich ein Kind hatte, habe ich mich immer am Ende des Films gefragt, wieso ein Hummer und anderes Getier das Krippenspiel bestimmen. “Verrückt”, dachte ich, “aber auch irgendwie lustig. Gibt's aber eh nicht.” Weit gefehlt.
In den Jahren des Mutterglücks habe ich einige sehr interessante Interpretationen sehen dürfen, die nicht nur manch älteren Kirchenbesucher irritierten. Ich war oftmals fro…