Mode - oberflächliche Spielerei oder doch mehr?


Eine Idee für die Osterferien: Spannende Workshops rund um Fashion, Design und Beauty.

Kennen Sie TOPModel? Nein, nicht Germanys Next...sondern Klebe-, Mal- und Bastelhefte.
Falls Sie eine Tochter haben, dann ist Ihnen das ein oder andere Heft sicherlich schon mal unter die Augen gekommen, eventuell auch auf den Kassenzettel. Nicht aufregen, wenn Sie einen Sohn haben, ich will nicht ausschließen, dass auch Jungen diese Hefte mögen aber ich habe es selten gesehen bei ihnen. Hingegegen scheint es bei 5 bis 10Jährigen fast jedes Mädchen schon einmal “getroffen” zu haben. Uh, das klingt jetzt als ob es was ganz Schreckliches wäre, ist es nicht. Meine Tochter liebt diese Bücher, sie denkt sich Frisuren aus, neue Kleider etc. Die Hefte haben auch dazu geführt, dass sie sich leere weiße Blätter nimmt und ganz eigene Figuren mit Kleidern, Hüten, Schuhen und Schmuck entwirft.

Eine Freundin, deren Tochter im gleichen Alter wie meine ist, sagte letztens: “Ich weiß nicht, ob man das mit diesen Klebebüchern und den Models so hätte unterstützen sollen. Wir haben uns in dem Alter noch nicht so viel mit dem Äußeren beschäftigt.” Ja, das mag sein, andererseits kann ich jetzt weder von meiner Tochter, noch von ihrem weiblichen Umfeld behaupten, dass sie den ganzen Tag an ihr Aussehen denken, Funktionalität oder besser gesagt Bequemlichkeit steht immer noch an erster Stelle. Ich habe solche Klebebücher nicht gehabt, hätte sie aber sicherlich toll gefunden. Ich hatte Anziehpuppen, die hatte auch meine Mutter schon. Im Prinzip nicht viel anders, nur die Kreativität ist stärker eingeschränkt, aber um Mode ging es auch. Aber durch die strikten Vorgaben der Anziehpuppe bin ich nicht auf die Idee gekommen, dass aus dem, was ich da erdacht habe auch mal ein echtes Kleidungsstück entstehen könnte. Das passiert bei meiner Tochter, sie zeichnet Kleidung für diese Models und möchte  sie dann auch umsetzen. Sie näht also und das tun einige Mädchen in ihrem Alter ebenso. Zudem findet sie auch Anregungen zu Mode aus anderen Zeiten in diesen Heften und fragt dann nach, warum man das schön fand, warum man so unpraktische Kleidung trug usw. Somit regen diese Hefte die Fantasie an, regen die Kinder dazu an, weitere Fertigkeiten, wie das Nähen oder Sticken zu lernen, erzählen aber auch Geschichten.

Skizze eines Mannes mit typischer Kleidung von 1660
Und Mode ist letztendlich auch eben nicht nur Spielerei, man kann viel über Epochen lernen, die Lebensverhältnisse, die Geschlechterverhältnisse einer Zeit, wenn man sich mit der Mode beschäftigt. Betrachten Sie ein Renaissancegemälde, dann fällt Ihnen eventuell auf, dass die Männer hübsch bunte Strümpfe tragen und Schuhe mit Absatz, so wie heute Frauen. Die Beine der Frauen sind nicht zu sehen… Was es mit Frauen macht, die in Mieder geschnürt sind, weiß man schon lange. Es ist nicht nur extrem ungesund, es lenkt die Aufmerksamkeit der Frau auch ganz und gar auf sich selbst und behindert sie extrem in ihrer Freiheit. Somit ist der Zeitpunkt, da das Mieder ausgedient hat, ein wichtiger Moment für die Frauenbewegung. Die Kleidung von Politikern ist enorm wichtig, von Politikerinnen umso mehr.

"Über die Wahl der Kleidung lässt sich bisweilen die Person “lesen” oder besser gesagt das, was sie für die Öffentlichkeit sein möchte." 

Falls Sie dieses Thema vertiefen möchten - es sind ja immer noch “7 Wochen mit” - dann finden Sie dazu z.B. im Badischen Landesmuseum einige Informationen oder auch in Barbara Vinkens Publikation über die Mode mit dem Titel “Angezogen”. Mir persönlich hat nicht die Auseinandersetzung mit der Mode der Barockzeit oder vergangener Epochen den Weg zur Mode geebnet, sondern eine Ausstellung in Antwerpen von Dries van Noten im Modemuseum. Die Inspirationen des Designers und ihre Umsetzung haben mich sehr beeindruckt und dem Thema Mode näher gebracht. Diese Ausstellung ist nun schon eine Weile vorbei, doch ist das Modemuseum immer eine Reise wert und ganz in der Nähe finden Sie einen Store Dries van Notens.

Somit ein weiterer Tipp für die Kulturwochen, wenn Sie in den Osterferien noch keinen Städtetrip geplant haben: Antwerpen! Stadt der Mode, Rubens und der leckeren belgischen Waffeln.
Wir präsentieren unsere Werke bei der Modenschau am 06.04.2018

Und weil Mode eben so viel mehr ist als Kleidung und die Kreativität von Kindern und Jugendlichen herausfordert bietet die JUKKS in der zweiten Woche der Osterferien eine “Fashion Week” an.
Hier können die Kinder Kleider entwerfen, lernen, wie man Mode fotografisch in Szene setzt, wie man Schmuck, Taschen oder auch sich selbst stylt und am Ende wird alles bei einer Modenschau vereint.
Vielleicht auch eine Idee für die Osterferien und Ihr Kind.

In diesem Sinne - Kleider machen Leute ;-)
Bis dahin!


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